Voraussetzung 1: Der Hausanschluss
Der Hausanschluss ist die Verbindung zwischen dem öffentlichen Stromnetz und Ihrem Gebäude. Er bestimmt, wie viel elektrische Leistung gleichzeitig verfügbar ist – für Herd, Waschmaschine, Wärmepumpe und eben auch für die Wallbox.
Für eine 11-kW-Wallbox benötigen Sie einen dreiphasigen Anschluss mit mindestens 25 Ampere pro Phase. Die meisten Einfamilienhäuser in der Schweiz haben das. Ältere Liegenschaften mit einem einphasigen oder schwach dimensionierten Anschluss brauchen unter Umständen ein Upgrade – das klären wir beim Hausanschluss-Check vor dem Wallbox-Einbau.
Bei einem 22-kW-Anschluss steigt der Bedarf auf mindestens 32 Ampere pro Phase. In der Praxis ist das im Einfamilienhaus selten sinnvoll, weil die meisten Fahrzeuge ohnehin nur mit 11 kW laden – und der Mehraufwand bei Installation und Absicherung den Nutzen übersteigt.
Voraussetzung 2: Der Zählerkasten
Im Zählerkasten (auch Verteilung oder Elektro-Tableau genannt) werden die Sicherungen und Schutzorgane für Ihre Wallbox untergebracht. Konkret braucht es einen Leitungsschutzschalter (z.B. 3 × 16 A für 11 kW), einen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) – mindestens Typ A EV, bei manchen Wallbox-Modellen Typ B – und freie Plätze für diese Komponenten.
Einige Wallboxen haben einen DC-Fehlerstromschutz bereits integriert, dann genügt ein externer Typ A. Ist der Zählerkasten voll oder veraltet, kann ein Ausbau oder Ersatz nötig sein. Das ist einer der häufigsten Kostentreiber bei einer Wallbox-Installation – und ein Grund, warum eine Vor-Ort-Beurteilung immer sinnvoll ist.
Voraussetzung 3: Der Leitungsweg
Die Distanz zwischen Zählerkasten und Wallbox-Standort bestimmt die Kabellänge, den Installationsaufwand und damit einen erheblichen Teil der Kosten. Kurze Wege durch einen Kellerraum zur angrenzenden Garage sind einfach. Lange Wege über mehrere Stockwerke, durch Aussenwände oder unter einer Einfahrt hindurch sind aufwendiger.
Was den Leitungsweg verteuert: Kernbohrungen durch Beton oder Mauerwerk, Kabelkanäle im Aussenbereich, Grabarbeiten bei freistehenden Garagen oder Carports und Brandschutzanforderungen in Tiefgaragen. In der Schweiz rechnen Sie bei einer typischen EFH-Installation mit Gesamtkosten zwischen CHF 2'800 und 4'500 – wobei der Leitungsweg der grösste variable Faktor ist. Einen realistischen Kostenüberblick finden Sie in unserem Ratgeber.
Voraussetzung 4: Anmeldung beim E-Werk – TAG und IA
In der Schweiz muss jede Wallbox-Installation beim zuständigen Elektrizitätswerk angemeldet werden. Das Technische Anschlussgesuch (TAG) beschreibt, welche Leistung Sie zusätzlich benötigen – es muss vor der Installation genehmigt sein. Die Installationsanzeige (IA) beschreibt, was genau installiert wird – sie muss ebenfalls beim Elektrizitätswerk eingereicht und freigegeben werden.
Beide Dokumente übernehmen wir – Sie müssen sich um diesen Papierkram nicht kümmern. Eine klassische Baubewilligung ist für eine Wallbox auf einem bestehenden Parkplatz in der Regel nicht erforderlich. Kantonal oder kommunal können aber Meldepflichten bestehen – das klären wir ebenfalls im Vorfeld. Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) regelt die übergeordneten Vorschriften für Elektroinstallationen in der Schweiz.
Was funktioniert – und was selten geht
Nicht jede Konstellation ist gleich einfach. Die folgende Übersicht zeigt, was in der Praxis meist problemlos klappt – und wo es Hürden gibt:
Funktioniert problemlos
- EFH ab Baujahr 1980 mit dreiphasigem Anschluss
- Garage oder Carport direkt am Haus
- Bestehender Parkplatz im Sonderrecht
- Kabelweg unter 15 Metern
- Mietwohnung mit Vermieter-Zustimmung
Geht selten ohne Mehraufwand
- Einphasiger Hausanschluss aus Altbau
- 22-kW-Wallbox ohne Anschluss-Upgrade
- Lange Aussenkabel ohne Erdarbeiten
- Installation ohne TAG und IA beim E-Werk
- STWEG ohne Versammlungsbeschluss
So klären wir Ihre Voraussetzungen
Ob Ihr Haus bereit ist für eine Wallbox, lässt sich nicht pauschal beantworten – aber es lässt sich schnell herausfinden. Unser Vorgehen:
- 01
Fotos schicken
Zwei Fotos genügen für die Ersteinschätzung – eines vom Zählerkasten und eines vom geplanten Wallbox-Standort.
- 02
Offerte in 48 Stunden
Wir erstellen eine kostenlose Offerte mit Einschätzung der Machbarkeit, der Kosten und allfälliger Hürden.
- 03
Vor-Ort-Termin
Bei Auftragserteilung kommen wir vorbei, messen den Leitungsweg ein und prüfen den Hausanschluss im Detail.
- 04
TAG und IA einreichen
Wir reichen Technisches Anschlussgesuch und Installationsanzeige beim zuständigen Elektrizitätswerk ein – vor der ersten Schraube.
- 05
Montage in 1–3 Tagen
Sobald das E-Werk grünes Licht gibt, montieren unsere eigenen Monteure die Wallbox. Inklusive Einweisung und Dokumentation.
Wenn Sie Ihre Wallbox mit einer Solaranlage kombinieren oder einen Batteriespeicher integrieren möchten, planen wir das von Anfang an mit ein. Bei MFH- und STWEG-Projekten erstellen wir zusätzlich ein Konzept, das Sie der Versammlung vorlegen können.