Wärmepumpe und Wallbox – Energieflüsse im Haus abstimmen.
Wärmepumpe und Wallbox sind die grössten Stromverbraucher im Einfamilienhaus – und beide hängen am selben Hausanschluss. Ohne Koordination entstehen Leistungsspitzen, die den Anschluss überlasten oder die Sicherung auslösen. Mit einem Energiemanagementsystem (EMS) verteilen Sie die verfügbare Leistung intelligent: Die Wärmepumpe heizt, wenn das Auto nicht lädt – und umgekehrt.
Wir installieren seit 2022 Wallboxen in der ganzen Schweiz – über 200 davon bisher – und kennen die Schnittstellen zwischen Wallbox, Wärmepumpe und PV-Anlage. Als Elektro- und Solartechnik-Fachbetrieb mit eigener PV-Kompetenz planen wir die Integration so, dass alle Verbraucher sauber aufeinander abgestimmt sind.
Referenz · Wärmepumpe + 11-kW-Wallbox · Region Bern
Nr. 01 — Überblick
Warum Wärmepumpe und Wallbox abgestimmt werden müssen.
Eine Wärmepumpe zieht je nach Modell 2–5 kW Dauerleistung. Eine 11-kW-Wallbox fordert bis zu 16 Ampere pro Phase. Dazu kommen Kochherd, Backofen und der restliche Haushalt. Bei einem typischen Hausanschluss mit 25 Ampere pro Phase wird es eng, sobald Wärmepumpe und Wallbox gleichzeitig auf voller Leistung laufen.
Die Lösung: ein Energiemanagementsystem, das den Stromfluss in Echtzeit überwacht und die Ladeleistung der Wallbox dynamisch anpasst. Ist die Wärmepumpe gerade aktiv, drosselt die Wallbox automatisch. Schaltet die Wärmepumpe ab, steht die volle Leistung zum Laden zur Verfügung. Haben Sie zusätzlich eine Solaranlage, verteilt das EMS den Eigenstrom dorthin, wo er gerade den grössten Nutzen bringt.
Nr. 02 — Leistungen
Was wir bei der Wärmepumpe-Wallbox-Integration leisten.
Vier Bausteine, ein durchgängiger Prozess. Von der Anschluss-Analyse über das EMS-Konzept bis zur Feinabstimmung im laufenden Betrieb.
01 — Analyse
Anschluss-Situation prüfen
Grundlage für ein belastbares Konzept
Aufnahme des Hausanschlusses (Absicherung, Phasen, Kabelquerschnitt), Prüfung der Wärmepumpen-Leistung und des Betriebsprofils, Ermittlung der verfügbaren Restleistung – und Klärung, ob ein Anschluss-Upgrade nötig ist.
Herstellerunabhängig auf Ihre Situation zugeschnitten
Auswahl eines Energiemanagementsystems, das Wallbox, Wärmepumpe und – falls vorhanden – PV-Anlage und Batteriespeicher koordiniert. Wir arbeiten mit KEBA, go-eCharger, ABB, Solar Manager, smartfox und weiteren.
Montage der Wallbox bis zum Zählerkasten, Einbindung ins EMS mit klaren Prioritäten (Wärmepumpe, Haushalt, Wallbox). TAG und IA beim Elektrizitätswerk und Dokumentation übernehmen wir.
Erklärung des EMS-Dashboards (App oder Display), Einstellung der Ladezeiten und Prioritäten nach Ihren Gewohnheiten und nachträgliche Feinabstimmung im ersten Betriebsmonat.
So läuft die Integration von Wärmepumpe und Wallbox ab.
Fünf Schritte – von der Anschluss-Analyse bis zur Feinabstimmung im ersten Betriebsmonat.
/ 01
Anfrage & Vor-Ort-Check
Sie schildern uns Ihre Situation – bestehende Wärmepumpe, Hausanschluss, geplantes E-Auto. Wir kommen vorbei, dokumentieren den Zählerkasten und messen die effektive Anschlussleistung.
/ 02
EMS-Konzept
Auf Basis des Vor-Ort-Checks empfehlen wir ein passendes Energiemanagementsystem und definieren die Prioritäten zwischen Wärmepumpe, Haushalt und Wallbox – mit oder ohne PV-Anlage.
/ 03
Offerte & Anmeldung
Sie erhalten die verbindliche Offerte. Direkt im Anschluss reichen wir Technisches Anschlussgesuch (TAG) und Installationsanzeige (IA) beim zuständigen Elektrizitätswerk ein.
/ 04
Montage an einem Tag
Wallbox-Montage, Verkabelung, Einbau des Stromwandlers am Hausanschluss und Konfiguration des EMS – in der Regel an einem Arbeitstag erledigt.
/ 05
Einweisung & Feinabstimmung
Einweisung in App und Dashboard, Übergabe der Dokumentation. Im ersten Betriebsmonat justieren wir die Prioritäten nach Ihrem realen Verbrauchsprofil nach.
Nr. 04 — Im Detail
Lastmanagement, Kosten und Anschluss-Upgrade im Klartext.
Die wichtigsten Fragen rund um dynamische Regelung, Investitionshöhe und Grenzen des Lastmanagements.
Dynamisches Lastmanagement – was es technisch bedeutet
Dynamisches Lastmanagement unterscheidet sich grundlegend vom statischen Ansatz. Beim statischen Lastmanagement wird der Wallbox ein fixer Maximalwert zugewiesen – etwa 6 kW – unabhängig davon, was der Rest des Hauses gerade verbraucht. Das ist sicher, verschenkt aber Ladegeschwindigkeit.
Beim dynamischen Lastmanagement misst ein Stromwandler (CT-Klemme) am Hausanschluss den aktuellen Gesamtverbrauch und berechnet in Echtzeit, wie viel Leistung für die Wallbox übrig bleibt. Läuft die Wärmepumpe gerade nicht und der Haushalt zieht nur 3 kW, stehen der Wallbox fast die vollen 11 kW zur Verfügung. Springt die Wärmepumpe an, wird die Ladeleistung innerhalb von Sekunden reduziert.
Das funktioniert besonders gut in Kombination mit einer Wallbox an der Solaranlage: Das EMS erkennt, ob Überschussstrom vorhanden ist, und priorisiert dann das Laden – oder schiebt den Strom in die Wärmepumpe, um Warmwasser auf Vorrat zu erzeugen. So wird Ihr Dach zur Tankstelle und zum Heizkessel gleichzeitig. Wie das PV-Überschussladen im Detail funktioniert, erklären wir auf der Schwesterseite.
Was dynamische Regelung leistet
Stromwandler am Hausanschluss misst den realen Gesamtverbrauch
Ladeleistung wird in Sekunden an freie Kapazität angepasst
PV-Überschuss fliesst bevorzugt ins Auto oder Warmwasser
Kein Anschluss-Upgrade nötig (in den meisten Fällen)
Was kostet die Integration von Wärmepumpe und Wallbox?
Die Wallbox-Installation selbst liegt bei CHF 2'800–4'500 für ein Einfamilienhaus – inklusive Montage, Verkabelung und Inbetriebnahme. Die Integration mit der Wärmepumpe über ein Energiemanagementsystem verursacht einen Mehraufwand von etwa CHF 500–1'500, je nach Komplexität der Schnittstellen und ob ein separater Stromwandler nötig ist.
In vielen Fällen spart die Integration langfristig Geld, weil ein Anschluss-Upgrade beim Netzbetreiber (CHF 2'000–5'000+) entfällt. Je nach Kanton gibt es Förderungen für Ladeinfrastruktur – wir prüfen Ihre Förderansprüche vor Baubeginn und helfen beim Antrag. Detaillierte Informationen zu Förderprogrammen finden Sie beim Programm «Fahr mit dem Strom» von EnergieSchweiz.
Projektbeispiel: EFH mit Wärmepumpe und neuer Wallbox
Ausgangslage: Einfamilienhaus in der Agglomeration Bern, Baujahr 2012. Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 4 kW Nennleistung, Hausanschluss 3 × 25 A. Die Eigentümer haben ein neues Elektroauto und möchten zuhause laden – ohne den Hausanschluss aufzurüsten.
Lösung: 11-kW-Wallbox (KEBA P30) mit dynamischem Lastmanagement. Ein Stromwandler am Hausanschluss misst den Gesamtverbrauch in Echtzeit. Wenn die Wärmepumpe Warmwasser bereitet, reduziert die Wallbox ihre Ladeleistung automatisch auf 6 kW. In den übrigen Stunden lädt sie mit vollen 11 kW.
Ergebnis: Kein Anschluss-Upgrade nötig. Die Sicherung hat seit der Installation kein einziges Mal ausgelöst. Ladezeit über Nacht trotz Drosselung: unter 6 Stunden für 80 % Akku.
Wann ist ein Anschluss-Upgrade trotzdem nötig?
In manchen Häusern reicht selbst dynamisches Lastmanagement nicht aus. Das betrifft vor allem ältere Liegenschaften mit 1-phasigem oder schwach abgesichertem Anschluss (unter 3 × 25 A), Häuser mit elektrischer Direktheizung zusätzlich zur Wärmepumpe, oder Haushalte, die eine 22-kW-Wallbox wünschen. In diesen Fällen prüfen wir beim Vor-Ort-Termin, ob ein Upgrade des Hausanschlusses sinnvoller ist als ein reines Lastmanagement.
Wärmepumpe heizt · Wallbox lädt · ein Hausanschluss
Nr. 05 — Nächster Schritt
Wärmepumpe und Wallbox unter einen Hut bringen?
Sie haben eine Wärmepumpe und möchten eine Wallbox nachrüsten – oder planen beides gleichzeitig? Wir prüfen Ihren Hausanschluss, empfehlen das passende Energiemanagementsystem und installieren alles an einem Tag.
Fünf Fragen, die uns Eigenheimbesitzer am häufigsten stellen – direkt beantwortet.
Kann ich eine Wallbox installieren, wenn ich bereits eine Wärmepumpe habe?
Ja, in den meisten Fällen ist das ohne Anschluss-Upgrade möglich. Ein dynamisches Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung automatisch zwischen Wärmepumpe, Wallbox und Haushalt. Wir prüfen Ihren Hausanschluss vorab und klären, ob ein Upgrade nötig ist.
Brauche ich ein spezielles Energiemanagementsystem?
Nicht zwingend ein separates Gerät. Viele moderne Wallboxen – etwa von KEBA oder go-eCharger – bringen ein integriertes Lastmanagement mit. Für die Kombination mit PV-Anlage und Wärmepumpe empfehlen wir in der Regel ein übergeordnetes EMS wie Solar Manager oder smartfox, das alle Verbraucher zentral koordiniert.
Wie viel kostet die Integration von Wallbox und Wärmepumpe?
Die Wallbox-Installation kostet CHF 2'800–4'500. Die EMS-Integration für die Abstimmung mit der Wärmepumpe verursacht einen Mehraufwand von CHF 500–1'500. Damit ist die Gesamtinvestition günstiger als ein Anschluss-Upgrade, das schnell CHF 2'000–5'000 kosten kann.
Was passiert, wenn Wärmepumpe und Wallbox gleichzeitig laufen?
Das Energiemanagementsystem regelt die Prioritäten in Echtzeit. In der Standardkonfiguration hat die Wärmepumpe Vorrang – die Wallbox drosselt ihre Ladeleistung automatisch. Das Auto lädt dadurch etwas langsamer, aber der Hausanschluss wird nie überlastet. Bei genügend Solarstrom können beide gleichzeitig auf voller Leistung laufen.
Funktioniert das auch mit einer bestehenden PV-Anlage?
Ja. Ein EMS koordiniert alle drei Verbraucher – Haushalt, Wärmepumpe und Wallbox – und nutzt den Solarstrom dort, wo er gerade am meisten spart. Überschüssiger PV-Strom fliesst bevorzugt in die Wallbox oder wird genutzt, um mit der Wärmepumpe Warmwasser auf Vorrat zu erzeugen.
Wärmepumpe · Wallbox
Zwei Verbraucher, ein sauberes Konzept.
Offerte kostenlos. Antwort in 48 Stunden. EMS-Konzept, TAG- und IA-Einreichung beim E-Werk und Fördercheck inklusive.