Wallbox-Abrechnung im MFH – faire Stromkosten für jede Partei.
Drei Wallboxen in der Tiefgarage, aber nur ein Stromzähler für das ganze Gebäude – wer bezahlt wie viel? Genau diese Frage blockiert viele Mehrfamilienhäuser beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Ohne saubere Abrechnung zahlt entweder die Gemeinschaft für den Ladestrom Einzelner, oder jede Partei betreibt eine eigene Insellösung mit separatem Zähler und doppeltem Aufwand.
Wir richten die Wallbox-Abrechnung im MFH so ein, dass jede Partei nur den eigenen Verbrauch bezahlt – nachvollziehbar, skalierbar und ohne monatlichen Verwaltungsaufwand. Seit 2022 haben wir über 200 Ladestationen in der Schweiz installiert, viele davon in Liegenschaften mit mehreren Parteien. TAG und IA beim Elektrizitätswerk, Zählereinbau und Dokumentation sind im Paket dabei.
Referenz · Tiefgarage mit Backend-Abrechnung · Region Bern
Nr. 01 — Überblick
Warum die Abrechnung im Mehrfamilienhaus eigene Planung braucht.
Im Einfamilienhaus fliesst der Ladestrom über den Haushaltszähler – fertig. Im Mehrfamilienhaus hängen die Wallboxen aber am Allgemeinstrom oder an einer zentralen Zuleitung. Ohne eigene Messung pro Ladepunkt landen die Stromkosten in der Nebenkostenabrechnung und werden auf alle Parteien umgelegt – auch auf die ohne E-Auto.
Das sorgt für Konflikte und bremst den weiteren Ausbau. Die Lösung: jeder Ladepunkt bekommt eine eigene Verbrauchsmessung, und ein Abrechnungssystem ordnet die Kosten automatisch zu. So bleiben die Nebenkosten sauber, und neue Ladepunkte lassen sich jederzeit ergänzen, ohne das System umzubauen.
Nr. 02 — Leistungen
Wie wir die Wallbox-Abrechnung im MFH aufbauen.
Vier Bausteine, ein durchgängiger Prozess. Von der Verbrauchsmessung über das OCPP-Backend bis zur Integration ins dynamische Lastmanagement.
01 — Messung
Verbrauchsmessung pro Ladepunkt
MID-zertifiziert oder integriert
Jede Wallbox bekommt einen eigenen Stromzähler. Je nach Abrechnungsmodell setzen wir auf MID-zertifizierte Zähler (EU-Standard für eichrechtskonforme Messung) oder die integrierte Wallbox-Zählung. Nachrüstbar an bestehende Ladepunkte.
OCPP (Open Charge Point Protocol) verbindet die Wallbox mit einer zentralen Abrechnungssoftware. Jeder Ladevorgang wird automatisch dem richtigen Parkplatz zugeordnet – Zeitstempel, kWh, Kosten. Kompatibel mit KEBA, ABB, go-eCharger, Mennekes.
Nicht jede Liegenschaft braucht dasselbe Modell. Wir prüfen, welche Variante passt: Nebenkostenumlage (einfach, alle Parteien zustimmen), Direktabrechnung (MID-Zähler, eigener Vertrag) oder Contracting (externer Betreiber, sinnvoll ab ca. 10 Ladepunkten).
Die Abrechnung arbeitet Hand in Hand mit dem dynamischen Lastmanagement. Der Hausanschluss wird geschützt, der Zähler erfasst den realen Verbrauch – unabhängig davon, ob die Wallbox mit voller oder gedrosselter Leistung geladen hat.
Zählereinbau und Backend-Konfiguration durch eigene Elektrofachkraft
Nr. 03 — Ablauf
So läuft die Einrichtung Ihrer MFH-Abrechnung ab.
Fünf Schritte – von der Modell-Empfehlung bis zur Übergabe der automatischen Abrechnungsberichte an die Verwaltung.
/ 01
Anfrage & Vor-Ort-Check
Sie schildern uns die Situation – Anzahl Parkplätze, bestehender Allgemeinstromzähler, Wünsche der Eigentümergemeinschaft. Wir prüfen vor Ort und dokumentieren die Ausgangslage.
/ 02
Modell-Empfehlung & Offerte
Auf Basis des Vor-Ort-Checks empfehlen wir das passende Abrechnungsmodell – Nebenkostenumlage, Direktabrechnung oder Contracting – und liefern eine verbindliche Offerte mit fixem Preis.
/ 03
Anmeldung E-Werk
Bei Auftragserteilung reichen wir TAG und IA beim zuständigen Elektrizitätswerk ein. Bei Bedarf melden wir auch separate Zählerplätze beim Netzbetreiber an.
/ 04
Installation & Backend
Eigene Monteure installieren Wallboxen, Zähler und Lastmanagement. Anschliessend konfigurieren wir das OCPP-Backend und testen die Zuordnung jedes Ladevorgangs zum richtigen Parkplatz.
/ 05
Übergabe an Verwaltung
Einweisung der Verwaltung in das Abrechnungssystem, Übergabe der Anlagendokumentation. Die Berichte (monatlich oder quartalsweise) erstellt das System automatisch.
Nr. 04 — Im Detail
MID-Zähler, Modelle und Skalierbarkeit im Klartext.
Die wichtigsten Fragen zu eichrechtskonformer Messung, Abrechnungsmodellen und langfristiger Erweiterbarkeit.
MID-Zähler oder Wallbox-interne Messung – was brauchen Sie?
Die Antwort hängt vom Abrechnungsmodell ab. Wird der Ladestrom über die Nebenkosten umgelegt, reicht in der Regel die wallboxinterne Messung – die Genauigkeit liegt bei den meisten Herstellern unter 2 % Abweichung. Sobald Strom aber direkt weiterverkauft wird (z.B. bei einem Contracting-Modell oder bei Direktabrechnung an die Parteien), verlangt das Schweizer Messrecht eine eichrechtskonforme Messung. MID-zertifizierte Zähler erfüllen diese Anforderung und werden direkt vor oder in die Wallbox eingebaut.
Die Kosten für einen MID-Zähler liegen typischerweise bei CHF 150–350 pro Ladepunkt – ein überschaubarer Aufpreis, der rechtliche Sicherheit schafft.
Allgemeinstrom, Separatzähler oder Contracting?
Drei Wege, wie der Ladestrom im MFH abgerechnet werden kann. Allgemeinstrom mit Unterzählung: Die Wallboxen hängen am Allgemeinstromzähler. Unterzähler erfassen den Verbrauch pro Ladepunkt. Die Verwaltung verteilt die Kosten über die Nebenkostenabrechnung. Vorteil: kein separater Stromvertrag nötig. Nachteil: alle Parteien müssen zustimmen, und der Tarif ist der Allgemeinstrom-Tarif.
Separater Zähler: Jede Partei (oder der Ladepunkt-Cluster) bekommt einen eigenen Zählerplatz beim Netzbetreiber. Der Ladestrom läuft über einen separaten Vertrag. Vorteil: volle Transparenz, eigener Tarif wählbar. Nachteil: Zählerplatz muss vorhanden sein, höhere Installationskosten.
Contracting-Modell: Ein externer Anbieter installiert, betreibt und rechnet die Ladeinfrastruktur ab. Die Eigentümergemeinschaft hat keinen Investitionsaufwand, bezahlt aber pro kWh einen Aufschlag. Sinnvoll bei grossen Liegenschaften ab ca. 10 Ladepunkten.
Contracting – externer Betreiber, ab ca. 10 Ladepunkten sinnvoll
Solarintegration – PV-Überschuss priorisiert in die Wallbox
Skalierbar – neue Ladepunkte jederzeit ohne Umbau ergänzbar
Projektbeispiel: 6-Parteien-Liegenschaft in Bern-Bümpliz
Ausgangslage: Tiefgarage mit 12 Parkplätzen, davon 3 mit E-Autos. Allgemeinstromzähler. Die Verwaltung wollte eine Lösung, die sofort für 3 Parteien funktioniert und später auf alle 12 Plätze erweiterbar ist.
Lösung: Zentrale Zuleitung in der Tiefgarage, 3 OCPP-fähige Wallboxen (11 kW) mit integrierten MID-Zählern, dynamisches Lastmanagement über den bestehenden Hausanschluss. Abrechnung über ein Backend-System mit quartalsweiser Auswertung an die Verwaltung.
Ergebnis: 3 Parteien laden seit der Installation an ihrem eigenen Parkplatz. Jede bezahlt nur den eigenen Verbrauch. Die Infrastruktur ist auf 12 Ladepunkte vorbereitet – ohne erneuten Tiefbau.
Pro Parkplatz ein Zähler · pro Partei eine saubere Abrechnung
Nr. 05 — Nächster Schritt
Bereit für eine saubere Ladestrom-Abrechnung?
Sie verwalten eine Liegenschaft mit Ladebedarf – oder planen den Ausbau? Wir prüfen Ihren Hausanschluss, empfehlen das passende Abrechnungsmodell und installieren die Infrastruktur.
Sechs Fragen, die uns Verwaltungen und Eigentümergemeinschaften am häufigsten stellen – direkt beantwortet.
Wie wird der Ladestrom im MFH fair abgerechnet?
Jeder Ladepunkt bekommt einen eigenen Stromzähler, der den Verbrauch in kWh erfasst. Die Kosten werden entweder über die Nebenkostenabrechnung umgelegt oder direkt pro Partei abgerechnet. Ein OCPP-fähiges Backend-System ordnet jeden Ladevorgang automatisch dem richtigen Parkplatz zu.
Brauche ich eichrechtskonforme (MID-zertifizierte) Zähler?
Wenn Strom direkt weiterverkauft wird – etwa bei Contracting oder Direktabrechnung –, ist eine eichrechtskonforme Messung vorgeschrieben. Bei der Umlage über die Nebenkosten reicht oft die wallboxinterne Messung. Wir prüfen, welches Modell für Ihre Liegenschaft gilt.
Was kostet die Einrichtung einer Wallbox-Abrechnung im MFH?
Der MID-Zähler kostet CHF 150–350 pro Ladepunkt. Dazu kommen die Wallbox, die Elektroinstallation und das Lastmanagement. Die Gesamtkosten hängen stark von der Gebäudesituation ab – Kabelwege, Tiefgarage, Anzahl Ladepunkte. Eine Vor-Ort-Prüfung liefert die genaue Zahl.
Können wir die Abrechnung später erweitern?
Ja. Wenn die Basisinfrastruktur (Zuleitung, Lastmanagement, Backend) von Anfang an richtig geplant ist, lassen sich neue Ladepunkte jederzeit ergänzen – ohne Umbau der bestehenden Anlage. Genau dafür planen wir die Infrastruktur skalierbar.
Wer kümmert sich um die laufende Abrechnung?
Das Backend-System erstellt die Abrechnungsberichte automatisch – monatlich oder quartalsweise. Die Verwaltung erhält eine fertige Auswertung pro Ladepunkt mit Verbrauch, Zeitraum und Kosten. Laufender manueller Aufwand entfällt.
Funktioniert die Abrechnung auch mit Solarstrom?
Ja. Wenn die Liegenschaft eine PV-Anlage hat, kann der Solarüberschuss priorisiert in die Wallboxen fliessen. Die Abrechnung unterscheidet dann zwischen Netzstrom und Eigenstrom – vorausgesetzt, das Energiemanagementsystem ist entsprechend konfiguriert. Wir stimmen Wallbox, Lastmanagement und PV-Anbindung aufeinander ab.
Wallbox · Abrechnung MFH
Saubere Abrechnung, kein Streit ums Geld.
Offerte kostenlos. Antwort in 48 Stunden. Modell-Empfehlung, TAG- und IA-Einreichung beim E-Werk und Fördercheck inklusive.